6 Gründe, warum ich aufgehört habe Plastik zu nutzen und warum du es mir nachmachen solltest

Auf unseren Reisen nach Bali, Sri Lanka, Aruba, Domenikanische Republik und viele andere Orte auf der Welt haben wir wunderschöne Landschaften und tolle Strände gesehen. Wir haben Schildkröten am Strand schlüpfen sehen und unglaublich tolle Landschaften und Sonnenuntergänge gesehen. 

Aber wir haben auch viel Müll gesehen. In Sri Lanka und Bali liegt überall am Straßenrand Plastik rum. In Aruba sind wird im Nationalpark der Insel gewesen, an einem einsamen Strand an dem Schildkröten ihre Eier ablegen und dieser Strand war voll von Plastikmüll. 

Plastik im Meer - Wie gefährlich ist Plastikmüll? Plastik ist einfach überall. Plastik ist deshalb so beliebt, weil es leicht, vielseitig einsetzbar, beliebig formbar, günstig und sehr lange haltbar ist. Doch die enorme Haltbarkeit wird zum Problem, sobald die Kunststoffe in die Umwelt und früher oder später ins Meer gelangen, wo sie sich zu Mikroplastik zersetzen.
 Aruba, Arikok Nationalpark

Aruba, Arikok Nationalpark

Unsere Natur ist ein Kosmos, in dem vom Winzigsten bis zum Größten alles miteinander verbunden ist und dessen untrennbarer Teil wir sind.
— https://www.genialokal.de/Produkt/Andrea-Wulf/Alexander-von-Humboldt-und-die-Erfindung-der-Natur_lid_29702269.html

Es ist erschreckend, wie groß das Problem ist und wie stark unser Planet bereits beeinflusst ist.

Vielleicht denkt der Eine oder Andere jetzt gerade, daß diese Länder ja sehr weit weg sind und in Deutschland recyclen und trennen wir Müll. Hier in Deutschland wird alles ordentlich verarbeitet und die Umwelt nicht verschmutzt. Falsch!

Hier sind 6 sehr wichtige Gründe, warum ich aufgehört habe Plastik zu nutzen und warum du es mir nachmachen solltest.

Plastik macht uns krank

In Plastik stecken gefährliche Schadstoffe, die Einfluss auf unseren Körper haben. Diese Gifte werden zum Beispiel durch Plastikverpackungen an unsere Lebensmittel abgegeben. Die WHO und andere Organisationen warnen davor, dass viele Zivilastionskrankheiten durch den Umgang mit Plastik entstehen. Dazu zählen zum Beispiel  Fruchtbarkeitsstörungen, Krebs, Allergien, Schilddrüsenerkrankungen, neurologische Krankenheiten, Lebensmittelunverträglichkeiten und viele mehr. Laut dem Umweltbundesamt sind in Deutschland über 90% aller Menschen chronisch mit Bisphenol A (BPA) belastet. In unserem Blut schwimmt also Plastik, das hormonelle Auswirkungen hat und unsere Gesundheit schädigt. Aufgenommen durch Kosmetik, Mikroplastik aus Coffee-to-Go Bechern, Plastikschalen, Verpackungen und Wasser aus Plastikflaschen.

Durch Plastikmüll verenden viele Tiere qualvoll

In unseren Meeren, Flüssen und Seen schwimmt überall Müll. Viele Tiere halten diesen für Futter und verhungern dann, weil dies Teile den Magen verschließen. Es gibt mittlerweile 6x mehr Plastik als Plankton! Es gibt immer wieder Bericht über Wale die an der Küste stranden und in deren Magen kiloweise Müll gefunden wird. Oder Albatrosse, die ihren Kindern Plastik füttern, da sie es für essbares halten. Ein Luftballon, der zerplatzt im Meer schwimmt sieht aus wie ein kleiner Tintenfisch und wird von Schildkröten für Nahrung gehalten. Auch in der Nord- und Ostsee schwimmt Müll und Seerobben, Fische und Vögel sterben daran. 

Plastik verrottet nicht

Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten. Die durchschnittliche Dauer zum Abbau dieser Tüte und aller anderen Wegwerfplastikprodukte beträgt 450 Jahre! Das ist eine unglaublich lange Zeit! Überlegt mal, wenn ein Mensch im Jahre 1568 eine Plastiktüte weggeworfen hätte, wäre sie heute abgebaut. In der Zwischenzeit ist so unglaublich viel passiert. Seit 1568 haben wir die Zeit der Renaissance und Aufklärung erlebt, der Petersom in Rom wurde fertiggestellt, Deutschland wurde als solches erst noch gegründet, es gab zwei Weltkriege, das Frauenwahlrecht wurde eingeführt, wir sind auf den Mond geflogen und haben eine enorme Entwicklung in der Technologie erfahren. All diese Zeit wird benötigt bis Plastik in seine Bestandteile zerfällt und dabei noch weitere Gifte, Weichmacher, Additive und ähnliches freisetzt. Durch unseren Lebensstil kommen täglich weltweit etwa 32 Millionen Tonnen Plastikmüll dazu. Jeder Bundesbürger hat 2015 etwa 37kg Plastikverpackungsabfälle produziert. Hier läuft etwas ganz falsch!

Plastik wird aus Rohbenzin, Erdöl hergestellt, dessen Förderung die Umwelt zerstört

Wir alle wissen, dass die Vorkommen an Erdöl und Erdgas begrenzt sind und die Gewinnung dieser nicht nachwachsenden Rohstoffe immer schwieriger wird und mit immer größeren Eingriffen in die Natur verbunden ist. Trotzdem werden 8% des gewonnen Erdöles zum Beispiel für die Produktion von Plastik eingesetzt. Auch hier ist die Tendenz steigend und somit auch die Zerstörung der Umwelt.

Mikroplastik ist mittlerweile in unseren Lebensmitteln und Kosmetika angekommen

In herkömmlichen Peelings, Duschgel, Zahncreme und ganz alltäglichen Kosmetikprodukten ist Mikroplastik enthalten. Es macht die Haare weicher, die Haut straffer und verspricht allerleit Antiaging Effekte. Aber es gelangt dadurch auch in unser Wasser, in unseren Körper. Wir essen Plastik mit dem Meersalz, den Fischen, Muscheln, Meeresfrüchten und vielen anderen Lebensmitteln. Das Plastik hat es in unsere Nahrungskette und Badezimmer geschafft und beeinflußt unsere Gesundheit. Die Abbauwege und Umweltauswirkungen der syntetischen Kunststoffe aus Kosmetika zum Beispiel sind völlig ungeklärt und dürften nach dem Vorsorgeprinzip eigentlich gar nicht erst in den Kreislauf eingebracht werden.

Auch unsere Flüsse und Seen sind voller Plastik und Mikroplastik

"Auch in den heimischen Meeren ist die Belastung besorgniserregend. In der Nordsee haben bspw. 96 Prozent der tot gestrandeten Eissturmvögel Plastikteile in ihren Mägen, im Durchschnitt 25 Stück. Circa 98 Prozent der Nester in der Basstölpelkolonie auf Helgoland enthalten Kunststoffe, die Sterblichkeit erwachsener Vögel hat sich dadurch um das 2-5fache erhöht. Bei einem Pilotmonitoring von Plastikpartikeln in den Magen-und Darmtrakten von 258 im Freiwasser und 132 am Meeresboden lebenden Fischen in Nord- und Ostsee wurden in 69% der untersuchten Fischproben Mikroplastik nachgewiesen (untersuchte Arten waren Heringe, Sprotten, Fludern, Klieschen und Schollen)."

- https://www.umweltbundesamt.de/themen/auch-deutsche-meere-leiden-unter-plastikmuell

Ohne Plastik lebt es sich günstiger

Seit ich weitestgehend auf Plastik verzichte beleiben all die teuren Produkte im Supermarkt oder im Drogeriemarkt. Wir brauchen keine zehn verschiedenen Pflege- und Putzmittel mehr, sondern stellen Waschmittel & Co. einfach selber her. Solche Sachen wie Cornflakes, Gummibärchen und Chips bleiben einfach im Regal und unsere Gesundheit und unser Geldbeutel sind dankbar. Es lebt sich einfacher und entspannter ohne die ganzen verpackten Lebensmittel.

Ich entkomme dem Kaufrausch

Ich gebe zu, daß ich noch nie so der große Fan vom Shopping war. Samstag's auf der Zeil in Frankfurt - ohne mich! Aber seit wir unser Leben auf ein plastikfreies Leben mit möglichst wenig Müll umgestellt haben, hat sich auch mein Kaufverhalten geändert und ich schaue genauer hin. Ich kaufe überlegter und bewusster, wodurch ich viel mehr Zeit für andere Dinge habe. Wie zum Beispiel meinen Blog, meine Hobbies, Familie und Freunde. Es ist schön, am Samstag über den Wochenmarkt in Oberursel zu schlendern und Bekannte zu treffen. Ich sammel jetzt Erlebnisse statt Dinge.

 

Wie ist es bei Dir? Hast Du Deinen Haushalt schon auf plastikfrei umgestellt? Oder überlegst Du noch?