7 Arten von nachhaltigen Lebensstilen - zu welchem gehörst du? {Teil 2 - Minimalismus}

 Minimalismus bedeutet nicht möglichst wenig zu besitzen, sondern möglichst zu vereinfachen.

Minimalismus bedeutet nicht möglichst wenig zu besitzen, sondern möglichst zu vereinfachen.

Mit der Blogserie „Wie lebst du …“ stelle ich dir verschiedene nachhaltige Lebensstile vor, damit du für dich entscheiden kannst, ob und mit welchem du vielleicht einsteigen willst. Finde heraus, welcher Lebensstil dir am ehesten entspricht, sodass du das Thema weiter vertiefen kannst. Im 1. Teil ging es um Zero Waste  – den du hier nachlesen kannst. Du wirst erkennen, dass es bei den unterschiedlichen Lebensstilen Facetten gibt, die gegensätzlich sind, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Die größte Gemeinsamkeit liegt in der Achtsamkeit. Denn dadurch kannst du dein Leben aktiv gestalten und bewusst entscheiden.

In dem heutigen Blogpost geht es um Minimalismus und wie dir ein minimalistischer Lebensstil zu mehr Glück, innerer Gelassenheit und Freiheit verhelfen kann.

Wodurch zeichnet sich ein Leben im Sinne des Minimalismus aus?

Der minimalistische Lebensstil bedeutet, glaube ich, für jeden etwas anderes. Mein Aha-Moment war das Buch von Marie Kondo, in dem es um die Konmari Methode des Aufräumens und Ausmistens geht. Ich habe es gelesen, da ich frustriert war mit meinem Kleiderschrank und der Tatsache, dass ich fast jeden Morgen stundenlang vorm Spiegel stand und nach dem passendem Bürooutfit gesucht habe. Du kennst das, oder? Wir haben so viele Klamotten und doch nichts anzuziehen. Mein Lebensgefährte dagegen ist jeden Morgen in Nullkommanix angezogen. Seine schwierigste Entscheidung liegt in der Farbe der Krawatte zu seinem Hemd und Anzug. Wie einfach ist das! Das wollte ich auch, eine Art Uniform, um dieses Outfit-Drama zu beenden. Auf meiner Suche nach Lösungen bin ich dann irgendwann auf das Buch von Marie Kondo gekommen und habe mir alle unsere Sachen mal genau angesehen und beschlossen mit Hilfe der Konmari Methode mal richtig auszusortieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der Anweisung, dass nur Sachen bleiben dürfen, die dich glücklich machen und mit denen du etwas verbindest. Wenn die olle Häkeldecke von Tante Trudi da nicht zu gehört, dann darf sie gehen. Auch auf die Gefahr hin, dass Tante Trudi mal danach fragt, in 10 Jahren. Die Decke hat den Zweck in deinem Leben erfüllt. Wenn du nach diesem Aspekt die Sachen in deinem Leben bewertest, kommst du deinem persönlichen Maß an Minimalismus näher. Du siehst, es geht hier nicht darum in riesigen, leeren Wohnungen mit nur 3 Dingen zu leben, sondern darum sich mit Dingen von Bedeutung zu umgeben.

Warum solltest du minimalistisch leben

In meiner Definition von Minimalismus geht es darum sich bewusst für die Sachen und Aktivitäten in meinem Leben zu entscheiden, die mir gut tun. Sobald ich diese Haltung eingenommen hatte und geistigen und materiellen Ballast losgelassen hatte, habe ich mehr Klarheit und Gelassenheit in meinem Leben erfahren. Ich habe erkannt, dass das Glück wirklich nicht von Äußerlichkeiten und Besitz abhängt. Durch den minimalistischen Lebensstil erhältst du die Freiheit, dich dafür zu entscheiden, den Fokus auf deine Familie oder Freunde, dich selbst, Ruhe und Gelassenheit zu legen. Du entziehst dich durch diese bewusste Entscheidung dem Konsumzwang und dem Gefühl immer mehr kaufen müssen. Du handelst nicht, weil alle es so machen, sondern weil es dir persönlich gut tut. Du brauchst keine größeren Wohnungen, mehr Schränke oder mehr Geld, sondern du fokussierst dich auf die Erlebnisse, die dich glücklich und zufrieden machen. Aber da du bewusster mit allem umgehst, wird es bestimmt auch gewisse Entscheidungen geben, für die du länger brauchst. Die eben nicht mehr zwischen Tür und Angel, völlig im Autopiloten entschieden werden. Das gehört auch zu einem Minimalismus der auf Achtsamkeit basiert.


Ist Minimalismus ein nachhaltiger Lebensstil?

Ich denke, ja, auch wenn es durchaus andere Meinungen gibt. Durch die persönliche Einstellung und ein Mindset, das auf Minimalismus ausgerichtet ist, wirst du über kurz oder lang nachhaltig leben. Dein Konsumverhalten ändert sich, du kaufst überlegter und sparst dadurch Ressourcen. Schon alleine nach einer Aufräumaktion und dem ganzen Ausmisten hast du mit Sicherheit keine Lust alles gleich wieder voll zustellen.

Aber bitte gehe auch beim Ausmisten bewusst an die ganze Thematik ran. Denn alles einfach nur wegwerfen ist nicht nachhaltig. Schenke den Dingen, die du nicht mehr benötigst, zum Beispiel ein neues Zuhause, in dem du sie in einem Sozialkaufhaus abgibst, auf dem Flohmarkt verkaufst oder bei Ebay Kleinanzeigen einstellst. Denn einfach nur wegwerfen, nur um jetzt minimalistisch zu sein, ist nicht wirklich nachhaltig. Auch das Konzept der Capsual Wardrobe, bei dem alle viertel Jahre ein komplett neuer Inhalt des Kleidungsschranks angeschafft wird, ist in meinen Augen nicht nachhaltig und habt nichts mit Minimalismus zu tun. Das macht sich höchstens auf Instagram oder Pinterest gut, aber selten im wirklichen Leben. Ein bewusster Umgang mit allen Ressourcen und der Abkehr vom Konsumzwang jedoch ist nachhaltig.

Auch das ist Minimalismus

Das Schöne am Minimalismus ist, das es nicht auf die Anzahl der Dinge ankommt, sondern auf eine innere Haltung und Achtsamkeit. Es ist ein Konzept, dass sich wie ein roter Faden durch den Alltag zieht und bei dem du immer neue Aspekte entdecken wirst.

Minimalismus ist auch:

  • mal einen Tag oder einen halben Tag das Handy in der Tasche zu lassen.

  • sich nicht über den pöbelnden Autofahrer aufzuregen, sondern gelassen weiter zu fahren.

  • den morgendlichen Kaffee oder Tee mit dem Liebsten ganz in Ruhe zu trinken und dabei zu plaudern.

  • sich von den eigenen Erwartungshaltungen an Kollegen, Freunde, Familie zu befreien.

  • die negativen Gedanken wie Wolken am Himmel ziehen zu lassen. Nimm sie wahr, aber lass dich nicht von ihnen einfangen.

  • den Fernseher mal für eine gewisse Zeit auszustellen. Ziehe so richtig den Stecker.

  • alle Newsletter, Zeitschriften-Abos und Werbepost abzubestellen, die du nicht wirklich brauchst. Sie rauben dir ohnehin nur Zeit.

  • die Menschen in deinem Leben zu haben, die dir guttun.

  • Müll zu reduzieren, fair zu kaufen und auf Qualität statt Quantität zu setzen.


Du siehst, wo die Reise hingeht. Oder? Beim Minimalismus geht es wirklich um ein Lebenskonzept und nicht um einen kurzfristigen Trend. Es ist auch nichts, was sich über Nacht umsetzen lässt, sondern dieser Lifestyle entwickelt sich und wird sich deinem Leben anpassen und du wirst dich dem Minimalismus wahrscheinlich anpassen. Stress dich nicht damit!

Tipps zum Einstieg in dein Leben als Minimalist

Dieser Tipp liegt mir besonders am Herzen, denn es ist mir wichtig, dass du den Einstieg in ein nachhaltiges Leben findest oder dieses weiter ausbaust. Damit du nicht entnervt nach der ersten oder zweiten Woche aufgibst, denke immer daran, dass jeder Schritt zählt. Aus vielen Minischritten wird auch ein langer Weg. Mache dir deine Erfolge immer wieder bewusst und beginne mit Themen, die dir leicht fallen. Wenn du schon länger über dein unordentliches Auto stöhnst, dann beginne dort auszumisten. Wenn dich dein Gewürzregal nervt, auch gut. Starte damit. Nach einer Weile kannst du dich durch die ganze Wohnung arbeiten. Marie Kondo rät in ihrem Buch das Ausmisten mit Dingen zu beginnen, an die du eine geringe emotionale Bindung hast. Dein Kleiderschrank zum Beispiel. Parallel zum Ausräumen und der Überlegung, welche Dinge dir wirklich etwas bedeuten, kannst du aber auch in allen möglichen anderen Bereichen deines Lebens den Minimalismus einführen.


Du könntest schauen, wie deine Putzroutinen sind und vielleicht vereinfachen, du könntest die Kassenzettel ab sofort ablehnen und Müll vermeiden oder du nimmst dir einen Tag für dich und machst einen langen Spaziergang zur Entschleunigung.

Sadia vom Blog Pickuplimes, hat einen sehr hilfreichen 30-Tage Fahrplan entwickelt, denn es zum Download gibt.

MERKE DIR DEN BEITRAG AUF PINTEREST: KLICKE AUF DAS BILD

 

 7 Arten von nachhalitgem Leben - Teil 2 Minimalismus #minimalism #sustainable #nachhaltigleben #greenliving #slowling

7 Arten von nachhalitgem Leben - Teil 2 Minimalismus
#minimalism #sustainable #nachhaltigleben #greenliving #slowling