Die 7 wichtigsten Lektionen, die ich als Einsteiger in ein nachhaltiges Leben gelernt habe

Wenn man beginnt, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und einem ressourcenschonendem Leben auseinanderzusetzen, dann kann es schnell passieren, dass es alles zu viel wird und wir uns überfordert fühlen. Klar möchte man sofort alles ändern und fragt sich die ganze Zeit, warum war ich nur so gedankenlos? Wie konnte ich bisher so verschwenderisch mit der Natur umgehen.

Jeder von uns ist mit gewissen Rahmenbedingungen aufgewachsen, die wir erst einmal nicht hinterfragen. Deshalb gibt auch nichts, worüber man sich ärgern sollte oder was wir uns vorwerfen müssen. Denn Fakt ist auch, dass wir jetzt und hier an diesem Punkt sind und ganz offensichtlich werden wir ab jetzt ein nachhaltigeres Leben führen und vieles besser machen. Im besten Fall, beeinflussen wir auch noch unsere Familie, Freunde und andere Mitmenschen und regen zum Nachdenken an. Also legen wir los....

Damit ihr nicht lange rumdoktern müsst, habe ich Euch meine wichtigsten Lektionen zum Einstieg in ein nachhaltiges Leben zusammengefasst. 

Es gibt kein Richtig oder Falsch sondern nur ein Loslegen in kleinen Schritten.
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1. In kleinen Schritten anfangen - auch wenig hilft schon viel

Es ist doch so, wenn man etwas ändern möchte, dann gehen die meisten von uns ziemlich radikal vor. Wir räumen gleich ein ganzes Zimmer um, statt nur ein paar Anpassungen an der Atmosphäre vorzunehmen. Wir misten gleich den ganzen Kleiderschrank aus und den unserer Kinder noch mit, statt sich mit kleinen Aufräumaktionen zufrieden zu geben.  

Am Ende des Tages sind wir dann erschöpft und ausgepowert und unsere Familie fragt sich insgeheim ob der Anfall jetzt vorbei ist. Zumindest macht es meine Familie so. Doch der Weg zu einem nachhaltigem Leben ist nicht mit einer großen Mammutaktion geebnet, sondern benötigt unsere kontinuierliche Aufmerksamkeit. Deshalb ist es wichtig, um auch die Menschen um Euch herum mitzunehmen, mit kleinen Schritten anzufangen. Überhaupt anzufangen!

Es gibt kein Richtig oder Falsch sondern nur ein Loslegen in kleinen Schritten. Schaut Euch bewusst zu wenn Ihr Einkauft, die Wohnung putzt, Wäsche macht, im Garten-Center einkauft und werdet Euch Eurer Gewohnheiten und Eures Konsums bewusst. Dann könnt ihr auch beginnen, Euer Verhalten zu ändern. Ihr könnt das auswählen zu ändern, was am einfachsten zu ändern geht. Bei uns war es zum Beispiel das Thema Wäschewaschen und Putzmittel, mit dem ich gestartet bin. Ich fand es leicht mein Waschmittel und alle Putzmittel selbst herzustellen. Bei Euch ist es vielleicht der Einkauf auf dem Wochenmarkt, für den ihr ab jetzt Stoffbeutel mitnehmt und die Plastiktüten dankend ablehnt. 

Wie heisst es so schön: Done is better then perfect. In diesem Sinne, schaut Euch bewusst Eure Routinen und Gewohnheiten an uns steigt an, wo auch immer es am einfachsten ist oder es euch am wichtigsten ist. Dann ziehen auch Eure Familie, Mitbewohner und Freunde besser mit.

 

2. Wenn du etwas ändern willst, fange bei Dir selbst an und zwar jetzt

Viele Menschen, auch einige mit denen ich mich unterhalten habe, reagieren in der Regel sehr positiv auf Aktionen wie Plastikfasten, Zero Waste und zeigen großes Interesse, die Umwelt zu schützen. Wie viele Leute kennt ihr, die sich um das Bienensterben Sorgen machen und abstrakt meinen, da müsste mal was getan werden? Wie viele Nachbarn, Arbeitskollegen, Bekannte schimpfen auf die Firmen, die die Umwelt zerstören und auf die Regierung, die mal wieder nichts regelt. Aber sind diese Leute schon alle vorbildlich wenn es um die Vermeidung von Ressourcenverschwendung geht? Fahren die Leute, die schimpfen, nicht vielleicht sogar kürzeste Strecken zum Bäcker und kaufen ständig neue technische Geräte, weil es In ist? Gehörst du vielleicht auch zu der Gruppe Menschen?

Hier kommt die Message - Es gibt kein abstraktes „Die müssten mal…“, sondern es gibt nur ein „Ich werde jetzt...“ Fang jetzt an, Dein Konsumverhalten zu ändern und somit bewusster und nachhaltiger zu leben.

 

3. Den wahren Preis der Dinge kennen

Wenn wir uns im Internet oder in einem der großen Modeketten in der Innenstadt zum Beispiel eine neue Hose kaufen, dann kostet sie uns, sagen wir mal 39,90€. Wir denken also an 39,90€ als den Preis der Ware. Aber was wir leider viel zu oft ausblenden ist der gesamte Lebenszyklus dieser Hose und all die verschiedenen Ressourcen, Menschen und Gelder, die entlang der Wertschöpfungskette unserer Hose beteiligt sind. Es kostet die Umwelt die Ressourcen und Rohstoffe und es belastet sie in der Entsorgung. Es kostet Transport und somit CO2 Ausstoß. Die Hose wurde von Menschen produziert, die damit vielleicht auch gesundheitlich betroffen sind. Es wurden im schlimmsten Fall Frauen- und Kinderrechte missachtet oder ein Lohngefüge verstärkt, was zur Abhängigkeit von Menschen in den Billiglohnländern führt. Der wahre Preis von allen Dingen ist also viel mehr als nur das Geld, das wir dafür ausgeben. Und unser Konsum hat für uns auch einen wahren Wert, in dem wir vielleicht immer mehr wollen, uns verschulden oder jeden Monat dringend auf unser Gehalt warten, da schon wieder alles ausgegeben ist. Wir sind also in einem Hamsterrad und kommen nicht raus, bis zur Rente.

Gewinne Lebensqualität und Zeit, die du für Ereignisse statt Dinge aufwendest.

Wenn man nachhaltig lebt, dann kauft man bewusster ein und denkt über die Dinge und deren wahren Preis nach. Ganz oft geht es dann auch ohne Konsum. Man tauscht, borgt sich aus, teilt oder kauft bewusst. Der Gewinn sind Lebensqualität und Zeit für Erlebnisse mit anderen Menschen. Es ist ein Weg, der aus dem stressigem Hamsterrad rausführt und Freiheit zurück gibt.

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4. Wenn du auf Problem triffst, dann denke in Lösungswegen

Klar ist es erstmal mit Aufwand verbunden, sein Leben und vorallem den Alltag nachhaltig umzustellen. Man muß lernen wie man Putzmittel herstellt oder herausfinden, wo es Nudeln und Reis entweder unverpackt oder in Papiertüten gibt. Man muß die Einkäude planen und sich  Gedanken zu verschiedenen Themen machen. Das alles kann schnell so aussehen, als gäbe es nur Hindernisse und Herausforderungen. Aber wenn du beginnst diese Herausforderungen anzunehmen und Lösungen zu entwickeln, dann beginnt der eigentliche Spaß.

Wenn du kein Nudeln erhälst, dann mache sie einfach selber und stelle fest, wie einfach und gut das geht. Ich frage oft auch, wie die Menschen es früher gemacht haben und lerne so viel Neues dabei. Stecke den Kopf nicht einfach in den Sand, sondern reagiere flexibel und offen auf diese Hindernisse. Du wirst dabei erleben, wie viele Optionen und Alternativen es gibt.

 

5. Der Erde ist es egal ob wir sie retten

Ich behaupte mal, dass es dem Planeten Erde ganz egal ist ob wir ihn retten oder nicht. Die Erde existiert seit etwa 4,6 Millionen Jahren. Das ist eine sehr lange Zeit, um alle möglichen Katastrophen und Veränderungen mitzumachen und trotzdem dreht sich unsere Erde noch immer. Es gab in den vergangenen Jahren seit dem Entstehen dieses Planeten, so viele unterschiedliche Lebewesen, dass auch wir Menschen vielleicht nur eine kleine Fußnote in der Geschichte sind. Aber unser Handeln beeinflußt diesen Planeten maßgeblich, denn wir zerstören mit unserer Art und Weise zu leben unsere eigene Lebensgrundlage. Wir zerstören uns selbst! Wenn wir Menschen verschwunden sind, dann wird die Evolution auf diesem Planeten weiter gehen. Neue Lebensformen werden entstehen und der Planet Erde wird sich weiter drehen. Der Natur ist es ziemlich egal ob wir da sind oder nicht. Deshalb müssen wir beginnen, uns selbst zu retten und damit die Natur, die wir brauchen, um zu leben. Es ist ein wesentlicher Unterschied in der Blickweise auf das Problem und es zeigt, wie prekär die Lage ist, denn nur wenn wir uns als Teil der Natur begreifen, werden wir dafür Sorgfalt aufbringen und die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen achtsam verwenden. Nur wenn wir begreifen, dass die Natur vielleicht auch möchte, daß wir da sind und mit ihr im Ausgleich existieren, dann haben wir eine Grundlage weiter als Menschheit an der Geschichte dieses Planeten teilzunehmen. Deshalb solltest du dich bei allen deinen Handlungen immer fragen, ob dein Lebensstil auch noch ein Leben in einer menschenwürdigen Umwelt für zukünftige Generationen sichert.

Sichert der Lebensstil, den ich heute lebe, auch noch ein Leben in einer menschenwürdigen Umwelt für meine Kinder, Enkel und alle anderen Nachfahren?
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6. Nachhaltigkeit ist nicht nur Umweltschutz  

Die meisten Menschen denken bei dem Thema Nachhaltigkeit gleich an Umweltschutz. Das ist gut und das ist auch ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit, aber es ist nicht alles. Es geht bei dem Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel auch um Bildung, Gleichberechtigung, Mobilität, die Entwicklung der Städte und Ressourcenschonung. Die Vereinten Nationen haben auf der Klimaschutzkonferenz 2015 in Paris die Nachhaltigkeitsziele überarbeitet und 17 Kernthemen festgelegt. Viele dieser Ziele werden durch unseren Konsum direkt beeinflußt, da unser Konsum zum Beispiel zu einer Umwandlung der Regenwälder in Palmöl oder Sojaplantagen führt, die wiederum zu einer Verödung der Böden und Hunger führt. Alles ist mit einander verbunden, weshalb es leider nicht ausreicht, den Müll zu trennen und hin und wieder auf das Auto zu verzichten. Ein nachhaltiges Leben zu führen, bedeutet die Auswirkungen deiner Handlung zu bedenken und achtsam zu sein für mögliche Konsequenzen.

 Klicke hier, um auf die Webseite der Vereinten Nationen zu gelangen.

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7. Denke Global aber handle Lokal

Diese Lektion ist eine der wichtigsten überhaupt, in meinen Augen. Denn nur wenn wir begreifen, dass unser Handeln Menschen überall auf der Welt betrifft, dann verstehen wir auch wo wir ansetzen müssen, um nachhaltig zu handeln. Zum Beispiel gehört Sumatra zu den artenreichsten Gebieten der Erde. Wer schon einmal einen Orang-Utan in Indonesien in seinem natürlichen Lebensraum erleben durfte, wird dieses Zusammentreffen nie mehr vergessen. Doch in den letzten Jahren wird der Lebensraum immer kleiner. Alleine auf Sumatra existieren nur noch 5% des ursprünglichen Regenwaldes. Der Rest wurde abgeholzt, um für Palmölplantagen Platz zu schaffen und Produkte für unseren Markt billig zu produzieren. Die Vermeidung von Palmöl ist schon lange kein reines Umweltschutzthema mehr, sondern es bedroht letztenendes das Überleben der Menschen in ganz Sumatra und anderen Regenwaldgebieten.

Laut Greenpeace München wird Palmöl vorwiegend in der Lebensmittelindustrie verwendet, hat aber aufgrund seiner Eigenschaften ein vielseitiges Einsatzspektrum:

  • Lebensmittel: Knorr Tütensuppe, Nestlé KitKat und Lion-Riegel, Langnese Eis, Bahlsen-Kekse, Prinzenrolle, Toffifee, Maggi-Produkte, Rama und Lätta von Unilever, Nutella, Milchnahrung von Milupa usw.

  • Kosmetika: Nestlé, Beiersdorf Nivea-Creme, Schwarzkopf, Dove-Seife von Unilever, Lotion von Penaten, Olaz-Tagescreme, Labello, Haarspülungen von L’Oreal, Shampoos von Wella

  • Waschmittel: Ariel, Persil, Frosch, Spee, Terra Aktiv von Henkel

  • Energetische Nutzung als Agro-Diesel oder in Blockheizkraftwerken

Die meisten dieser Produkte kannst du ganz einfach selber herstellen, von lokalen Produzenten kaufen oder auf deren Nutzung verzichten und schon kommst du dem Ziel, nachhaltig zu handeln wieder ein Stück näher. Es gibt unzählige solcher Beispiele und es ist wichtig, dass wir uns endlich bewußt werden, welche Auswirkungen unser Konsum und unsere Lebensweise überall auf der Welt haben. 

Auf geht's in dein neues nachhaltiges Leben!

 

 Für dich zum pinnen und wieder finden....

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