So habe ich es in weniger als 12 Monaten geschafft, mehrere tausend Euro zu sparen, nachhaltiger zu leben und wieder glücklich zu sein

Vor 12 Monaten war ich ziemlich unglücklich, ohne das ich genau das Warum kannte. Es war einfach ein dauerhaftes Nagen in meinem Hinterkopf. Kurze Zeit später steckte ich dann auch noch richtig fies im Dispo-Minus, aber wenigstens kenne ich bei meinen Schulden das Warum. 

Mein Gefühl des Unglücklichseins habe ich mit Konsum maskiert

Genau im November 2017 habe ich mit dem Coaching der Female Future Force begonnen, um zu schauen, wo mich das Leben hinführen soll. Um es ganz offen zu sagen, ich war zu dem Zeitpunkt ziemlich unglücklich mit meiner Festanstellung, dem Büroalltag und dem näher rückenden Zeitpunkt, an dem mein Sohn ausziehen wird. Ich hoffte, durch das Coaching, Antworten auf verschiedene Fragen zu meinem Leben zu erhalten. 

Voller Enthusiasmus habe ich mich an die Lektionen von der Female Future Force gemacht. Habe Fragen beantwortet und mir selber welche gestellt und nach einigen Wochen, haben sich auch immer mehr die Themen herauskristallisiert, die mir wirklich etwas bedeuten. Was mir aber zu dem Zeitpunkt nicht klar war, war die Tatsache, wie stark ich mein Gefühl von Unglücklichsein mit Konsum überdeckt habe. Gerade das Weihnachten 2017 war eins der teuersten und Geschenk-reichsten, an das ich mich erinnern kann. Ich habe Geld ausgegeben, ohne darauf zu achten wie viel und war immer der Meinung, oder habe es mir eingeredet, dass es unbedingt sein muss und ich nicht anders kann. In meinem Kopf war ständig dieses Gefühl von, ich brauche noch dieses und jenes. Was ich nicht realisiert habe, war der Fakt, dass ich immer unglücklicher unter anderem durch das Shopping wurde. 

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Ende Januar 2018 stand ich vor einem riesigen Haufen Schulden

Was ich sehr wohl gemerkt habe, war die Tatsache, dass mein Konto immer mehr ins Minus abrutschte und ich in der Vogel-Strauß-Manier einfach nicht mehr hingeschaut habe. Ich habe mir eingeredet, dass es nächsten Monat besser wird. Das ich die Schulden dann in den Griff bekomme. Irgendwie! Habe ich aber nicht! Bis zu dem Tag als meine Bank gesagt hat - Stopp, bis hierhin und nicht weiter. Mein Dispo war gnadenlos ausgereizt und stand mit mehreren tausend Euro auf meinem Konto. Eine weitere Erhöhung wurde abgelehnt. Ich war an meinem finanziellen Limit und ich glaube auch, persönlich an dem Punkt, an dem ich aufgewacht bin und mir eingestehen musste, dass es so nicht weiter geht. Für mich hat das Jahr 2018 sozusagen mit mehreren Tiefpunkten begonnen und eigentlich konnte es nur noch besser werden.

Radikal alles unter die Lupe genommen und Ziele festgelegt

Zuerst musste ich mich mit meinen Finanzen beschäftigen und habe dafür das gute alte Haushaltsbuch aktiviert. Ich benutze sehr gerne die kostenlose Vorlage von Spartipp Haushaltsbuch

In meinem Haushaltsbuch habe ich konsequent jede Einnahme und Ausgabe erfasst. Welche Rechnungen noch zu zahlen sind, wann Versicherungen, Steuern und Sonderausgaben fällig sind und so weiter. Aber das Wichtigste, ich habe mir monatliche Budgets festgelegt für meine flexiblen Ausgaben, also für Frisör, Reisen, Bücher, all das was nett ist, wenn man es sich leisten kann, was aber nicht unbedingt zum Leben notwendig ist. Für Kleidung zum Beispiel habe ich mir auch Geld eingeplant, aber ausgegeben habe ich es am Ende nicht. Zusätzlich zu den Budgets habe ich mir ganz konkrete Ziele für den monatlichen Betrag, den ich zum Schuldenabbau verwende, festgelegt. So hatte ich immer kleine Zwischenerfolge und auch realistische Vorstellungen wann ich wie viel Geld zur Verfügung hatte. Die Summen waren jeden Monat anders, aber am Ende, genau vor einer Woche habe ich meinen Dispokredit auf null gesetzt und da wird er auch für den Rest meines Lebens bleiben. Warum erzähle ich dir diese persönliche Erfahrung?

Für mich hat sich mit diesem achtsamen Umgang mit meinem Geld und dem genauen Hinschauen sehr viel geändert. Ich habe meine Zufriedenheit wieder gefunden und nicht mehr dieses Gefühl von erdrückender Last. Ich bin glücklich, und zwar mit viel weniger als ich immer geglaubt habe. Auch die Situation, nicht sofort jedem Kaufimpuls nachzugeben und manchmal auch ein oder mehrere Monate zu warten, hat mir sehr viel mehr Lebensfreude zurückgebracht. Ich denke sogar, dass das Wenige der wahre Glücklich-Macher ist. Hinzu kommt, dass meine Zurückhaltung beim Geld ausgeben auch etwas Gutes für die Umwelt tut. Durch die Schonung von Ressourcen und Konsumverzicht, haben wir die Möglichkeit uns auf andere Werte als materielle einzulassen und das stärkt das Wir-Gefühl und ist ein toller Weg, um nachhaltig zu leben. Nachhaltig zu leben, sparsam mit Geld und den Ressourcen umzugehen und das Empfinden von Glück und Zufriedenheit hängen also direkt zusammen. 

Der einfache Einstieg in das nachhaltige Leben

Frag dich doch mal ganz ehrlich, ohne zu Schummeln, sondern so richtig spontan und offen: Was macht dich wirklich glücklich? 

Wenn deine Antwort im ersten Moment shoppen oder dein Kleiderschrank oder etwas Materielles ist, dann schau doch noch einmal hin und frage dich, ob deine Einkäufe der letzten Wochen dir auch jetzt, gerade in diesem Moment noch ein Glücksgefühl geben? Wirklich? Oder war es nur der Moment der Ablenkung? Wenn du an das ausgegebene Geld denkst, macht dich dann der Einkauf auch noch glücklich? Ganz oft ist dieses Glücksgefühl durch ein vermeintliches Schnäppchen oder den neuen Besitz nur kurzfristig und verfliegt ganz schnell. Wenn du dann am Ende des Monats auf dein Konto schaust und enttäuscht feststellst, dass wieder nichts zum Sparen übrig ist, hast du meistens schon das Glücksgefühl vergessen. 

Anders sieht es aus, wenn du dich an Momente erinnerst, wenn du zum Beispiel ein tolles Gartenjahr mit einer Wahnsinns Ernte hattest. Daran erinnerst du dich länger und auch das wohlige Gefühl von Zufriedenheit und Glück ist viel nachhaltiger. Mir geht es jetzt so zum Beispiel mit meinem Erfolg, meinen Dispo auf null zu haben und auch mit meiner diesjährigen Ernte aus dem Saisongarten. Ich freue mich noch immer wie Bolle über den Erfolg und bin stolz auf alle meine erreichten Zwischenziele der letzten 10 Monate. An die Dinge, die ich in dem Jahr davor gekauft habe und damals meinte unbedingt zu brauchen, kann ich mich kaum noch erinnern. 

Konsumverzicht ist einer der einfachsten Wege, um den Einstieg in dein nachhaltiges Leben zu finden und Geld zu sparen

Das heißt, um einfach in ein nachhaltiges Leben einzusteigen, überlege dir auf Konsum möglichst zu verzichten und wenn du etwas aus deinem Besitz ersetzt, dann suche nach Qualität und nachhaltig produzierten Dingen. Mache dir deine Kaufimpulse bewusst, in dem Moment, in dem du etwas kaufen möchtest und denke an dein Konto und die Ressourcen, die du damit für dich und die Umwelt schonen kannst. 

Für den Anfang ist es sicherlich hilfreich, vor jedem Einkauf, außer Lebensmittel natürlich, mindestens 20 Minuten zu warten. Je größer die Ausgabe, desto länger solltest du dir die Frist setzen. Mir hat es am Anfang extrem geholfen, einfach keine EC Karte oder Bargeld dabei zu haben. Wenn ich etwas kaufen wollte und wenn es nur so etwas war, wie ein neues Buch oder ein Schreibheft, habe ich es mir gedanklich vielleicht erlaubt, aber bis ich zu Hause war, um die EC Karte zu holen, war der Wunsch schon wieder weg und bei nüchterner Betrachtung brauchte ich, was auch immer ich gerade kaufen wollte, dann doch nicht. Dieser Konsumverzicht ist einer der einfachsten Wege, um den Einstieg in dein nachhaltiges Leben zu finden. 

Auf deinem Weg werden sich ganz neue Möglichkeiten ergeben, um glücklicher zu werden und Zeit und Geld zu sparen

Wenn du diesen Schritt gehst, werden sich in der Folge neue Möglichkeiten ergeben, die dir Geld und Zeit sparen. Bei mir war es so, dass ich ohne das shoppen auf einmal wieder Zeit und Aufmerksamkeit hatte für andere Themen. Ende Februar habe ich zum Beispiel mit dem Plastik fasten begonnen, und richte unser Leben immer mehr in Richtung Zero Waste aus. Im Mai habe ich durch Zufall das kostenlose Hörbuch von Marie Kondo gefunden (die Newsletter Leser unter euch erinnern sich bestimmt noch) und habe mit der Konmari Methode unsere Wohnung ausgemistet. Im Ergebnis habe ich zum Beispiel etwa 30% meines Kleiderschrankes reduziert und verschwende heute keine 30-40 Minuten mehr jeden Morgen vorm Spiegel mit der Frage was ziehe ich nur an. Es gibt jetzt nur noch Lieblingsteile, die alle zueinander passen und es ist egal was ich wann raushole und anziehe. Geht super schnell. 

Du wirst mit der Beschäftigung des Themas Glück, Nachhaltigkeit und Geld sparen, immer achtsamer werden und damit deinen eigenen Weg schaffen. Vielleicht beschäftigst du dich zum Beispiel lieber mit deiner Ernährung und beginnst weniger Fleisch zu essen. Oder du entdeckst für dich als Alternative zum Konsum das ehrenamtliche Engagement, Meditation, Bildung, Flohmarkt-Verkäufe, DIY & Upcycling Initiativen, Handarbeit… was auch immer. Jede Beschäftigung, die die Ressourcen unseres Planeten schont, ist per se erst einmal nachhaltig und bringt meistens so viel mehr Glück und Zufriedenheit, als es materielle Dinge jemals schaffen würden. Wie bekommst du nun diesen Wandel in deinem Leben hin?

Dein Weg zu mehr Glück, Achtsamkeit und Gelassenheit 

Der wichtigste Teil dafür bist du. Genauer gesagt dein Mindset. Es gibt so viele Erlebnisse und Ereignisse in unserem Leben, die unser Mindset prägen, dass wir uns oft gar nicht mehr bewusst sind, wo die Gedanken herkommen. Wenn du wirklich etwas in deinem Leben ändern möchtest, egal in welchem Bereich, dann solltest du zuerst diesen Glaubenssätzen auf die Schliche kommen. Frage dich zum Beispiel selber einmal und schreibe es dir am besten auf: 

  • Woran denkst du, wenn du an Geld & Finanzen denkst? Was fühlst du dabei?

  • Welche Muster gibt es in deinem Verhältnis zu Geld und wie du damit umgehst?

  • Welches Verhältnis zu Geld haben deine Eltern, Geschwister, nahe Verwandte? Gibt es bestimmte Muster? 

  • Hast du Glaubenssätze, die mit Geld zu tun haben und dich davon abhalten, wirklich etwas zu ändern? Wie du deine Glaubenssätze und dein Mindset änderst, kannst du hier nachlesen 

Als Nächstes solltest du dir Ziele setzen. Am besten natürlich finanzielle Ziele denn damit sparst du automatisch auch Ressourcen ein. Nicht nur deine eigenen, sondern eben auch die, die gebraucht werden, um all die Waren in unseren Läden herzustellen. Setze dir konkrete Ziele, die für dich erreichbar sind und dich motivieren. Wenn du magst, dann melde dich für meinen Newsletter an, um die Anleitung für deine persönliche Strategie zu erhalten. Darin zeige ich dir genau wie das mit den SMART Zielen funktioniert.


Wichtig ist dabei immer, dass du dich nicht überforderst. Verlange nicht zu viel von dir und setzt dich mit den Veränderungen, die du erreichen möchtest nicht unter Druck. Es ist besser viele kleine, nachhaltige Schritte zu gehen und dabei aufmerksam auf die Veränderungen und die Dynamik zu schauen, als den einen großen Hauruck zu veranstalten und danach entkräftet aufzugeben. Ich vergleiche immer die Veränderungen, hin zu einem nachhaltigem Leben mit dem kleinen Stein, der in einen See geworfen wird. Du kannst nicht vorhersehen, wo die Wellen auftreten, aber du weißt schon vorher, dass es eine Bewegung geben wird. Das heißt, egal wo du anfängst, du wirst mit diesem ersten Schritt für dich deinen Weg zu mehr Glück, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit finden.


Nachhaltiger Lebensstil, Glück und Geld sparen hängen zusammen 


Wenn du verstanden hast, wie dein Umgang mit Geld, deine Werte und deine Wertschätzung zusammen hängen, dann wird es dir auch leichter fallen in Zukunft bewusster und gelassener an das Thema Geld, Konsum und materielle Werte heranzugehen. Wie gesagt, ist Konsumverzicht einer der einfachsten und effektivsten Wege, um Geld zu sparen, nachhaltig zu leben und damit auch dein Gefühl von Glück zu vergrößern. Das soll nicht bedeuten, dass du nichts mehr kaufen kannst, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Weit gefehlt, es soll viel mehr eine Anregung sein, bewusster zu konsumieren, auf Qualität und Umweltschutz zu achten und damit eine Veränderung in deinem Leben zu starten, die auch in anderen Bereichen weiter geht. Dieser erste, sehr einfache Schritt des Konsumverzichts, kann dir helfen deine Einstellung zu Geld, zu materiellen Dingen und zu dir selber zu ändern.    

Fazit

Vielleicht ist der Konsumverzicht ein möglicher Vorsatz für das neue Jahr? Das Schönste daran ist, dass du jeder Zeit damit beginnen kannst. Jetzt ist zum Beispiel auch ein guter Moment. Ich habe meinen Verzicht auf Konsum, Plastik, Müll und einige andere materielle Dinge als eine riesige Bereicherung in meinem Leben empfunden und bin stolz auf das Erreichte. Ich denke, mit diesem ersten Schritt, hast du für dich die Möglichkeit ein Leben zu gestalten, dass dich glücklich macht, in dem du deine Finanzen im Griff hast und mit dem du durch einen nachhaltigen Lebensstil, egal ob der das Etikett Minimalismus, Zero Waste, Plastik frei oder was auch immer trägt, die Umwelt schützt. Wenn immer mehr Menschen diesen Weg für sich entdecken, haben wir vielleicht auch eine realistische Chance die globale Klimakatastrophe in den Griff zu bekommen und einen gesellschaftlichen Wandel in Gang zu setzen. Aber darauf kommt es im ersten Schritt nicht an. Der erste Schritt sollte deine ganz persönliche Entscheidung für ein glückliches Leben sein.

Womit wirst du anfangen? Oder bist du vielleicht schon mittendrin im Konsumverzicht? 

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Photos Igor Son on Unsplash & Martha’s