7 Arten von nachhaltigen Lebensstilen - zu welchem gehörst du? {Teil 3 - Slow Culture}

Im 3. Teil der Blogserie „7 Arten von nachhaltigen Lebensstilen…“ stelle ich dir ein Konzept vor, das wirklich umfassend in alle Lebensbereiche hineinreicht und das auch gerne als ein Megatrend der Gesellschaft bezeichnet wird. 

Falls du neu eingestiegen bist, findest du hier erst mal noch den Start der Serie - Teil 1 Zero Waste und Teil 2 Minimalismus.

Bei allen nachhaltigen Lebensstilen geht es um aufmerksames und überlegtes Handeln und die meisten Lebensstile sind auch gar nicht so leicht voneinander zu unterscheiden. Der Megatrend Slow Culture, um den es in diesem Post geht, greift aber noch viel tiefer ein und betrifft nicht nur das persönliche Leben, sondern stellt oft auch eine Haltung von Unternehmensführung oder gesellschaftlicher Ausrichtung dar.  Doch warum ist das so? 

 Photo by  Liana Mikah  on  Unsplash

Photo by Liana Mikah on Unsplash

Der Wohlstandsbegriff verändert sich immer mehr. Viele Leute um uns herum entfernen sich von dem alten Statusdenken, wollen kein Protz und Prestige mehr, sondern streben viel mehr nach Zeitautonomie, individuellem Wohlergehen und mehr Lebensqualität. Dieses Mehr an Qualität spiegelt sich auch in dem Interesse wider wo unsere Waren herkommen, wie ist der Produktionsprozess, die Bedingungen vor Ort und wie ist allgemein die Qualität der Sachen, die wir kaufen. Rate was passiert!

Slow Down to Power Forward
When you use the SLOW gear, everything falls into place. You connect more, create more, focus more and achieve more. You become more.
— Carl Honoré

Dieses veränderte Bewusstsein für die Prozesse und Waren, weckt den Wunsch, ein achtsameres Leben auch im Job, im Miteinander, im Wohnviertel, im Alltag generell zu erleben. Aus diesem Bewusstsein für die Schönheit der Langsamkeit, der Langlebigkeit und der Qualität entwickeln sich die Facetten der Slow Culture. Es gibt heute zu fast jedem Bereich einen Gegenentwurf aus dem Slow Culture Bereich. Die für mich prägnantesten sind die folgenden, von denen ich einige weiter unten in dem Text auch noch einmal mehr im Detail beschreibe:  

  • Slow Fashion

  • Slow Money

  • Slow Food

  • Slow Living

  • Slow Design

  • Slow Media

  • Slow Travel

  • Slow Business

Eine kurze Geschichte und die Herkunft des Begriffes SLOW

Die Slow Bewegung wurde auf Initiative von Carlo Petrini in Rom gegründet, um gegen die Pläne von McDonalds zu protestieren, eine Filiale an der Spanischen Treppe zu eröffnen. Diese Gruppe von Leuten, setzten sich bereits in den 1980er für regionales, traditionelles Essen und Gastronomie ein und startetet damit eine Bewegung, die heute in über 160 Ländern aktiv ist. Der Begriff SLOW wurde im Laufe der Zeit dann auch durch Sustainable, Local, Organic, Whole definiert, denn das sind die Grundprinzipien der Slow Food Bewegung.

The World Institute of Slowness

In 1999 hat Geir Berthelsen dann einen sogenannten Think Tank gegründet und ihn „The World Institute of Slowness“ genannt. Er zeigt in seiner Arbeit, dass die besten Ergebnisse und die besten Gedanken in der Regel dann kommen, wenn man langsam und achtsam geht. Es geht um Ausgeglichenheit und darum die Dinge mit Bedacht zu tun, um neue Wege zu finden. Seine Vision, präsentiert in 1999, zeigte einen Weg für einen gesamten Slow Planet und warum es wichtig ist langsamer zu machen. 

Slowness is the forgotten dimension to time. Unlike chronological time, it is non-linear, time here and now, time that works for you, extraordinary time. So why be fast when you can be slow? Slowness is also about balance, so if you must hurry, then hurry slowly.
— Geir Berthelsen

Dabei ist Slowness nicht einfach nur eine Art von Stillstand, sondern ein sehr nachhaltiger Weg des Lebens, denn durch den achtsamen Umgang mit allen Ressourcen und die richtige Geschwindigkeit, werden diese auch geschont und es wird weniger verbraucht. 

Die Slow Movement (Culture) Bewegung

2004 veröffentlichte dann Carl Honoré sein Buch: In Praise of Slowness: Challenging the Cult of Speed, in dem er den Begriff Slow Movement prägt. Carl Honoré ist zu einem der wichtigsten Vertreter der Slow Movement Bewegung geworden. Er fordert zum Beispiel auch dazu auf, den Kindern wieder ihre Kindheit ohne Schulstress, Termindruck und Leistungsdruck und ständigem verplant sein zurückzugeben. Durch die Slow Movement Bewegung hat sich im Laufe der Zeit ein eine Kultur entwickelt, die den Gedanken, des Langsam und mit Bedacht machen in fast alle Bereiche bringt. Es gibt Begriffe wie Slow Education, Slow Parenting, Slow Architecture, Slow Medicine and Science und noch vieles mehr.

Die Facetten von Slow Culture im Detail

Lass uns mal auf die einzelnen Bereiche von Slow Culture schauen. Es ist sehr interessant, die Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zu erkennen.

Slow Fashion

Die Pionierin der Slow Fashion Initiative ist meiner Meinung nach Kate Fletcher. Sie bezeichnet sich selbst als Design Activist, Nature Enthusiast und Fashion & Sustainability Pioneer, was schon ziemlich Statements sind. Aber sie hat den Begriff Slow Fashion auch maßgeblich mitgeprägt und triff für ein Umdenken im Bereich Mode ein. 

Mit dem Begriff Slow Fashion wird ein Bewusstsein in der Modeindustrie zusammengefasst, dass es nicht cool ist 12 Kollektionen pro Jahr raus zubringen, die Kleidung auf Kosten der Umwelt und Gesundheit der Menschen vor Ort zu produzieren. Stattdessen wird von den Anbaubedingungen bis zum Verkauf auf Qualität und Nachhaltigkeit gesetzt. Die Mode der Slow Fashion ist aus natürlichen oder recycelten Material oder zum Teil Second Hand. Oft wird darauf geachtet kleine lokale Produzenten zu unterstützen und einen Stil zu wählen, der klassisch und zeitlos ist. Also nix was nach 6 Monaten schon wieder völlig out ist. Das Prinzip hinter Slow Fashion lautet seltener und bewusster Shoppen zu gehen und damit Ressourcen und auch deinen Geldbeutel zu schonen. Durch die Wertschätzung des Produktes Kleidung, was durch die billige Massenware der Fast Fashion völlig verloren gegangen ist, stellt Slow Fashion auch wieder den Zusammenhang zur Umwelt, Natur und den Arbeitsbedingungen in der Produktion her. Heißt, wir machen uns Gedanken um die Menschen an den Nähmaschinen, auf den Feldern, in den Färbereien und achten ihre Gesundheit und Lebensbedingungen genauso wie unsere. 

Symbole für Öko-Zertifizierung:

Stoffe, die nachhaltig produziert werden:

  • Bambus

  • Bio-Baumwolle

  • Bio-Wolle

  • Bio-Seide

  • Hanf

  • Lyocell/Tencel

  • Lenpur/ Viskose

  • Milkfibers

  • Peace-Silk

  • Seacell

  • Soja

  • Tyvek

  • Wildseide

Ich denke, Slow Fashion ist eine echte Alternative und ergibt sich ja fast von selbst, wenn du einen nachhaltigen Lebensstil anstrebst. Denn die Verbindung aus Minimalismus, bewussten Umgang mit den Ressourcen und dem Schutz der Natur lässt sich irgendwie nicht mit Fast Fashion verbinden. Ich werde immer wieder gefragt, ob durch den verringerten Konsum nicht aber die Geschäfte gefährdet werden. Die Drohung von fehlenden Arbeitsplätzen steht dann immer gleich im Raum. Aber das stimmt so nicht, denn durch die handwerklich aufgewertete Arbeit und das die Menschen, die unsere Kleidung herstellen ebenfalls mehr Zeit zur Produktion und für die Qualität haben, gleicht sich das aus. Das Thema Arbeitsplätze und Geld verdienen bringt uns auch gleich zu dem nächsten Aspekt von Slow Culture. 

Slow Money

Die Slow Money Bewegung wurde durch Woody Tisch gegründet und beruht auf der Erkenntnis, dass durch traditionelles Investieren und Profitdenken, die Umwelt zerstört wird und damit die Lebensgrundlage für uns und vor allem für unsere Kinder und Enkel unwiederbringlich verloren geht. Das moderne Prinzip der Investitionen beruht darauf mit wenige Einsatz möglichst hohe Rendite herauszuholen (Buy Low / Sell High). Nur wenige Investitionsmöglichkeiten berücksichtigen dabei den Umweltschutz. Im Gegenteil, das meiste Geld kann mit Investition in Rohstoffe, industrialisierte Landwirtschaft, Agrarprodukten wie Dünger, Waffen und hochgradig Ressourcen verschwende Produktionen gemacht werden. Die Entscheidungen der Unternehmen sind dabei immer angetrieben von der Gewinnmaximierung für ihre Anteilseigner, koste es, was es wolle. So ist zum Beispiel die industrialisierte Landwirtschaft ein Hauptverursacher von Klimawandel und Bodenerosion. Die Produktion von Lebensmitteln verbraucht so viel Energie und hinterlässt Böden, die nur noch durch den Einsatz von noch mehr Düngemitteln überhaupt zu nutzen sind. Selbst die Umweltschutzorganisationen investieren unsere Spenden in diese Bereiche und zerstören damit das, was sie eigentlich bewahren wollen. Die Linda & Bill Gates Foundation (BMGF), die sich gerne als wohltätige Unterstützer für den Umweltschutz darstellen investieren in Agrarkonzerne und üben sogar Druck auf unabhängige Organisationen wie die WHO aus in ihrem Sinne zu agieren. Mehr kannst du darüber hier lesen.

Die Slow Money Bewegung setzt dem ein Zeichen entgegen in dem sie als gemeinnützige Organisation interessierte Investoren und nachhaltig wirtschaftende Menschen zusammen bringt. Der Grundgedanken dahinter ist die Erkenntnis, dass wir in Zukunft nur gut leben können, wenn wir die Natur schonen durch eine Landwirtschaft, die nicht ausbeutet. Das Wachstum unserer Wirtschaft, der Bevölkerung, unserer Nahrung kann nur in dem Rahmen erfolgen, in dem die Natur für uns wächst. Das heißt, wenn noch genug Rohstoffe und Ressourcen vorhanden sind. Unterstützt werden durch Slow Money die kulturelle und ökologische Gesundheit und Vielseitigkeit zum Beispiel von Saatgut und Tierarten. Das erste Prinzip der Slow Money Bewegung ist es, dass Geld zurück zur Natur / zur Erde zu bringen. Das Geld sollte den Menschen dienen und nicht einfach nur der Industrie oder um seines Selbstwillens gemehrt werden, was ja der Ansatz von Fast Money ist, soviel Geld wie möglich irgendwo zu haben. 

Die Investitionen von Slow Money bringen vergleichbare Rendite bis zu 5%, achten dabei jedoch darauf in was investiert wird. Unterstützt werden Landwirte und lokale Produzenten von gesunden Lebensmitteln, wobei Regionalität ganz groß geschrieben wird. "Bring money back to earth" ist der Leitsatz von Slow Money. Als eine Organistation in Deutschland, die ich private auch unterstützen hat sich für mich die Zukunftsstiftung Landwirtschaft herauskristallisiert. Die Stiftung arbeitet nach den gleichen Prinzipien und fördert Projekte und Menschen, die die Natur achten und schützen und eine Landwirtschaft aufbauen, die ganzheitlich arbeitet und ökologisch ist. Unterstützt wird die Zukunftsstiftung Landwirtschaft dabei von der GLS Bank, die gute Alternativen für Green Investments anbietet. Die Produkte, die durch solch eine nachhaltige Landwirtschaft entstehen sind immer ein Garant auch für sehr gutes Essen, dass nicht zu Unverträglichkeiten und Krankheiten führt. Du ahnst, was jetzt kommt...    

Slow Food

Die Slow Food Bewegung ist, wie schon oben geschrieben, eine Initiative von Carlo Petrini, der gegen McDonalds in Rom protestiert hat. Er hat damit eine so große Resonanz erhalten und als hätte er ein Sternchen ins Wasser geworfen, eine Welle von Slow Culture ausgelöst. Aber was genau bedeutet eigentlich Slow Food? 

Für die meisten von uns beginnt Nachhaltigkeit mit Essen und unseren Lebensmitteln. Wie sie angebaut werden und wo sie herkommen. Die Slow Food Bewegung schaut genau auf diese Aspekte sehr genau - regional, saisonal und möglichst im ökologischen Sinne aufgezogen. Ziel ist es dabei wieder ein Verständnis für die Bedeutung unserer LebensMittel in das Bewusstsein unserer Mitmenschen zu bringen. Denn das deutsche Wort drückt es schon sehr gut aus, es ist ein Mittel zum Leben und sollte voller Leben, im Sinne von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und so sein. Ein Produkt, das industriell hergestellt wurde und mehrfach verarbeitet ist, besitzt diese Eigenschaften nicht mehr. Es macht bestenfalls noch satt, aber es ist in der Regel ein totes Etwas von einem ehemaligen Lebensmittel.

Für Slow Food steht das Recht auf Genuss und gutes Essen jedem Menschen zu – deswegen hat jeder Mensch die Verantwortung, das kulinarische Erbe, die Kultur, die Traditionen und Ökosysteme zu schützen, die diesen Genuss möglich machen.
— Slow Food Deutschland

Viel Menschen haben erkannt, dass die industrialisierte Landwirtschaft und unsere Lebensproduktion durch einige große Konzerne einen sehr großen Anteil am Klimawandel haben. Die Massentierhaltung, die Produktion von tierischen Produkten, die riesigen Anbauflächen in Monokultur sind Verursacher von großen Mengen an CO2 Ausstoß, Nitratbelastung im Grundwasser und den Ozeanen und einem Artensterben von beängstigender Größe. Aber die Lebensmittelproduktion ist auch Teil der Lösung, denn durch eine nachhaltige Landwirtschaft können wir die Zukunft direkt beeinflussen. Die Kampagne Food for Change wurde gestartet, um mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Jeder kann mit verschiedenen Aktionen mit machen. Zum Beispiel eine Woche saisonal und regional einkaufen oder kein Fleisch konsumieren. Die Aktionswoche läuft vom 16.-22. Oktober 2018, vielleicht wäre das ja ein gelungener Einstieg in die Slow Culture für dich? 

Slow Living

Wir alle leben irgendwie im Hamsterrad. Ständig heißt es - Ich muss noch schnell…{hier kannst du wahlweise einsetzen: aufräumen, die Kinder abholen, zum Einkaufen, meine Bluse bügeln, die Tasche packen, etc. etc} Kommt dir das bekannt vor? Irgendwas ist immer und meistens übertragen wir es auch auf unsere Partner, die Kinder den Start in den Tag, der dann auf einmal wieder ganz hektisch wird. Statt in solchen Momenten tief durchzuatmen und bewusst langsam zu machen, treiben wir uns an und fordern die Schnelligkeit auch von anderen.

Dabei tut es doch eigentlich immer gut langsam zu sein und es lässt uns stressfreier leben. Oder? Genau an diesem Punkt setzt Slow Living an: 

  • Eine Entschleunigung der Geschwindigkeit unseres modernen Lebens 

  • Slow Living ist ein Lifestyle der langsamere und bewusstere Momente in die Bereiche unseres täglichen Lebens bringt

  • Slow Living ist ein ausgeglichenerer, achtsamer und lebensbejahender Weg

  • Slow Living bedeutet sich von unnützen Sachen in deinem Leben zu befreien, so dass du mehr Zeit gewinnst, um einfach du selbst zu sein


Meine Lieblingsdefinition für Slow Living kommt vom Slow Living Summit

The Slow Living Vision is of an Earth where humankind, honoring and celebrating the profound connectedness of all people, places and living beings, gives back by co-creating mutually supportive communities, bioregions and economic systems — and where we combine the wisdom of the past with a vision for the future to ensure a balanced, fulfilling way of life for all generations to come.

Slow Living ist tatsächlich eine Entscheidung, die du für dich und deinen Alltag triffst. Wenn du ruhiger und ausgeglichener agieren kannst, dann wirkt sich das auch auf die Menschen in deinem Umfeld aus. Über Slow Living kommt oft auch der Wunsch auf, die Wohnung zu endschleunigen. Das heißt, durch weniger Zeugs mehr Zeit für sich zu gewinnen und Ruhe hereinzubringen. Wo genau dein persönliches Wohlbefinden liegt, merkst du meistens an einer Klarheit und dem Gefühl endlich mal wieder durchatmen zu können. Oft ist es auch das Gefühl, dass auf einmal Ruhe im Kopf ist, wenn keine unnützen Dekosachen oder Stapel mit Papieren und To-Do Listen ständig nach unserer Aufmerksamkeit rufen. Wir können ganz entspannt unsere Zeit einteilen und unser Wohnen genießen. Aber das ist nicht alles.   

Slow Media

Sinja Schütte, die Chefredakteurin von der Zeitschrift Flow hat es in einer der letzten Ausgaben wieder wunderbar passend formuliert, nach dem sie die Begegnung mit einer alten Dame beschrieb, als sie selbst komplett in Hektik war. Die alte Dame hatte ihre Unterstützung erbeten, um zur Nachsorgeuntersuchung nach einer Augen-OP  mit der U-Bahn zu gelangen und konnte aufgrund der Augenverbände sich nur schwer selber zurechtfinden. Eine Situation die jeder von uns schon erlebt hat. Absolute Hektik und Eile und dann gewissermaßen verordnete Langsamkeit. Das Ergebnis sind meistens ganz wunderbare, weil sehr menschliche Erlebnisse und einzigartige Momente, die in der Erinnerung bleiben. Genauso war es auch bei Sinja, sie schreibt: „Es gibt Momente im Leben, die Zeit kosten. Manchmal ist es aber genau diese Zeit, die am besten investiert ist.“ Wie die Zeit, die sie zur Unterstützung der alten Dame aufgewendet hat und dafür mit einer herzlichen Art und einer lächelnden Dankbarkeit belohnt wurde. 

Die Zeitschrift Flow ist genau so eine Zeitschrift, ohne Eile, über kleines Glück und das einfache Leben. Genau wie die Zeitschrift Flow gibt es auch andere Magazine, die über den achtsamen und bewusst langsameren Lebensstil schreiben und Anregungen in die Richtung geben. Aber Slow Media bedeutet auch, dass es solche Magazine gibt, um sich mal wieder zurückzulehnen und in Ruhe zu lesen. Slow Media wird man nicht in Nachrichtenportalen und Twitter-Meldungen finden, die auf Schnelligkeit und ständig neuen, sensationellen Inhalt programmiert sind. Sondern es sind Magazine, die Momente schaffen beim Lesen, in denen wir mal runterschalten können und das Retten der Welt mal für einen Moment auf uns warten muss. Viele dieser Magazine inspirieren auch zum Selbermachen, feiern handwerkliches Geschick oder geben Anleitungen zum Upcycling. Es geht dabei nie um kurzlebige Trends, Fast Fashion oder Statussymbole, sondern um Menschlichkeit, Werte ohne Materialismus, Achtsamkeit. Damit tragen die Macher der Slow Media Beiträge zu mehr Nachhaltigkeit und einer neuen Definition von Wohlstand bei - ganz im Sinne der Next Economie

Slow Travel


Ich glaube, wenn du in deinem Alltag das Konzept von Slow Living und Slow Food lebst, dann kannst im Urlaub nicht auf einmal Action pur im All-Inclusive Rundum-Touristenfalle schalten. Sicherlich braucht jeder mal Pause vom Alltag und neue Eindrücke, aber die meisten von uns, die den nachhaltigen Lebensstil eingeschlagen haben, setzen das auch im Urlaub um. Das schöne daran ist ja gerade, dass man durch Slow Travel dann auch viele neue Eindrücke gewinnt und trotzdem seinen ökologischen Fußabdruck möglichst gering hält. Aus diesem Grund hat sich in der Slow Culture Movement auch der Aspekt des Slow Travel herausgebildet. Eine individuelle Art des Reisens, die bewusst und achtsam mit der Zeit und Ort umgeht.

Das Zukunftsinstitut beschreibt Slow Travel mit folgenden Schritten: 

  1. Tempo drosseln

  2. die Komfortzone ausweiten

  3. Vereinfachen

  4. von Plänen loslassen

  5. weniger ausgeben

  6. Fuß fassen

  7. sich einfügen

  8. auf Fremde vertrauen

  9. Dankbarkeit zeigen

  10. das Gewöhnliche schätzen 

Am besten gelingt diese Art von Reisen, wenn man zum Beispiel in Ferienwohnungen übernachtet und den ganz normalen Alltag der Nachbarn miterlebt. Oder, wenn du mit dem Campingbus total ohne Zeitdruck mal an der Ostseeküste entlang fährst. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten von Slow Travel und sie alle sind so einzigartig wie das Reisen in diesem Sinne selbst. 

Du siehst, dass Slow Culture einige sehr interessante Aspekte und Facetten hat. Es lohnt sich sehr, sich mit dem Thema noch intensiver auseinander zu setzen. Wenn du es bis hier her geschafft hast, fragst du dich vielleicht, wie du für dich persönlich den Einstieg in den Slow Living Lifestyle schaffst. Die Lösung ist einfach. 

Wie startet man den Slow Living Lifestyle

Zuallererst möchte ich noch mit dem Mythos aufräumen, dass Slow Living bedeutet, alles so langsam wie möglich zu machen. Das ist Quatsch. Es ist das Verständnis, dass schneller nicht immer besser bedeutet und das hektisch  beschäftigt sein nicht gleichbedeutend ist mit besonders wichtig zu sein. In diesem Sinne ergibt sich dann auch der Einstieg in den Slow Living Lifestyle.


Ein Haus sollte das Herz, den Kern und das Fundament unserer Werte widerspiegeln.
— Nathan Williams - Kinfolk Co-Founder



10 Wege um mit Slow Living zu beginnen  

  1. Beginne langsam und überfordere dich nicht, in dem du dir zum Beispiel nur einen Bereich raussuchst aus der Slow Culture und damit beginnst.

  2. Erkenne, dass du eine Wahl hast, ob du viel beschäftigt sein möchtest oder ob du auf Aktivitäten verzichten kannst. 

  3. Setzte deine Prioritäten und definiere für dich, was dir wichtig ist. Es ist völlig egal was die anderen sagen oder was du denkst von dir erwartet wird. 

  4. Sage nein um ja sagen zu können. Diesen Satz hören wir im Büro sehr oft als Tipp aber er ist so wahr. Wenn du nicht nein sagen kannst, bist du immer so überlastet, dass du zu den Sachen, die dir eigentlich wichtig sind, gar nicht mehr ja sagen kannst. Deshalb ist es wichtig Nein zu sagen. 

  5. Sei achtsam und mit der Aufmerksamkeit bei deinen Handlungen. Der Grundsatz der Achtsamkeitslehre, der dir helfen wird bewusster deine Handlungen zu erleben. Momente die wir bewusst erleben kommen uns auch langsamer vor und wir erinnern uns an sie.

  6. Verplane dich nicht komplett, sondern lass dir freie Zeitinseln. Kannst du dich noch erinnern, wenn dir als Kind langweilig war und wie du plötzlich auf neue Ideen gekommen bist? Das konnte nur passieren, da du nicht ständig verplant warst und von einem Termin zum nächsten gehuscht bist. 

  7. Beginne mit einer Slow Living Challenge in dem du zum Beispiel mal für einen halben oder ganzen Tag dein Handy ausschaltest oder mal eine Woche lang ins Büro oder so läufst. Suche dir etwas aus, was dir Energie bringt und mache es bewusst.

  8. Wenn du den Einstieg gemeistert hast, dann gehe den nächsten Schritt. Passe zum Beispiel deine Prioritäten so an, dass die Arbeit nicht immer das Wichtigste ist. Gönne dir täglich einen Spaziergang an der frischen Luft oder tauche im Wald ein und stärke damit dein Immunsystem. Auf Instagram siehst du mehr zum Thema #Waldbaden   

Jetzt bist du dran. Wenn dir dieser Lebensstil zu sagt, dann kannst du direkt damit beginnen. Schreibe mir einen Kommentar. Was spricht dich an? Welche Tipps findest du persönlich hilfreich?

Slow Living Bücher & Ressourcen

Falls du noch tiefer in das Thema eintauchen möchtest empfehle ich dir diese Bücher zum Thema Slow Parenting, Slow Food & Slow Money. Die Links zu den Büchern sind Affiliate Links zu Geniallokal. Wenn du über den Link aufst, kostet dich das nichts extra und du unterstützt den Buchladen bei dir im Viertel. Ich bekomme dafür eine kleine Provision, ohne zusätzliche Kosten für dich.

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