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Nachhaltig leben – So regst du ein nachhaltiges Leben auch bei anderen an

Januar 28, 2019 9 min read No Comments

Nachhaltig leben – So regst du ein nachhaltiges Leben auch bei anderen an

Januar 28, 2019 9 min read No Comments

Das der Müllberg in Deutschland von uns verursacht wird ist bekannt

Ich schreibe diesen Blogartikel, während ich im Zug zu einer Konferenz von Frankfurt nach Hannover fahre. Mit mir im Abteil ein sehr goldiges älteres Ehepaar. Beide ganz offensichtlich schon über 80 aber noch fit und redselig. Bedingt durch die Verspätungen der Bahn sind sie bestimmt schon Stunden unterwegs. Jedenfalls lässt sich das aus ihrer Unterhaltung heraushören.

Die Frau beschließt dann auch, im Bordrestaurant etwas zu essen. Zurück mit einer Schale Pommes macht sie eine Bemerkung, die mich aufhören lässt. Sie sagt: Genau diese Schalen, wie die ihrer Pommes hier sind dafür verantwortlich, dass der Müllberg in Deutschland so groß ist. Boa! Hier sitze ich also im Zug und denke mir, wow, das Umweltthema scheint wirklich so langsam in den Köpfen der Menschen anzukommen.

 

Für einen kurzen Augenblick, schien es eine Lösung zu geben

Für einen kurzen Augenblick überlege ich sogar meinen Artikel, Artikel sein zu lassen, meine Zero Waste Brotbox herauszuholen und beim gemeinsamen Essen über die Bekämpfung der Müllberge in Deutschland mit diesem wirklich sehr zauberhaften, älterem Ehepaar zu plaudern. Wie es früher war, als es all das Plastik noch nicht gab. Als alle noch eigene Behälter und Stullen mit auf die Reise nahmen. Eine Zeit, in der wir noch nicht auf Kosten zukünftiger Generationen gelebt haben, sondern mit den Ressourcen sparsam umgingen und kaputte Sachen einfach repariert wurden. Aber dann antwortet der Mann.

Frau, du hast recht! Das verursacht unser Müllproblem, aber wenn wir alle solche Schalen auswaschen würden wäre auch niemanden geholfen. Die Leute, die die Abschaffung von Plastik fordern schauen nicht richtig hin und überhaupt blicken sie nicht hinter das Problem und haben Unrecht.

Wenn bei dir jetzt gerade die Träume von der guten alten Zeit wie Seifenblasen vor deinem inneren Auge zerplatzen, dann weißt du genau, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe. Ich habe verstohlen die Hand von meiner Brotbox genommen, bin tiefer in meinen Sitz gerutscht und habe überlegt, ob ich eine Diskussion über die Notwendigkeit für Veränderung beginnen soll. Doch je mehr der Mann seine Meinung über Umweltschutz kund tat, desto mehr habe ich mich gefragt, wie fängt man so ein Gespräch eigentlich an?

Wie überzeugt man einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen, die nicht überzeugt werden wollen? Wie kannst du mit Menschen über Umweltthemen diskutieren, ohne noch mehr Abwehr und Rückzug herauszufordern?

Nachhaltig leben – ein Bewusstsein für das Problem schaffen

Manchmal ist es auch einfach so, dass den Menschen das Problem Klimawandel und ihre Einflussmöglichkeit durch ihren Konsum gar nicht so bewusst ist. Ein sehr guter Aufhänger, um denn das Gespräch zu beginnen sind Sätze die mit „Wusstest du…“ beginnen. Also zum Beispiel, „Wusstest du, dass zur Herstellung von 1kg Rindfleisch genauso viel Wasser gebraucht wird, dass du dafür 1 Jahr lang täglich Duschen könntest?“

Mit diesen bildlichen Beispielen, kannst du auf eine unkomplizierte Art und Weise, Wissen weiter geben und für ein Problem sensibilisieren. Die meisten Menschen lieben Stories und Fakten, da sie dann auch etwas zu erzählen haben und weil sie sich emotional angesprochen fühlen. Also, wenn du das nächste Mal mit deiner Freundin unterwegs bist, um für das abendliche BBQ einzukaufen und sie achtlos zu den in Plastik verpackten Burgerpaddies greift, dann erzähle ihr von der Geschichte mit dem Wasserverbrauch. Schlage ihr auch gleich eine einfache Lösung für das Problem vor. Zum Beispiel, in dem es für jeden nur einen Rindfleisch-Burger gibt und das ganze mit gegrilltem Gemüse oder anderem kombiniert wird. Also, ich hätte jetzt Appetit auf ein vegetarisches BBQ!

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Wie geht man mit Gerüchten und Halbwahrheiten um?

Bei dem älteren Ehepaar im Zug hatte ich allerdings das Gefühl, dass sie sich des Problems schon bewusst sind. Trotzdem nutzen sie einige Falschinformationen oder Gerüchte, um sich eine eigene Wahrheit und vielleicht ein bisschen eine Ausrede zurechtzulegen. Wann immer Diskussionen über Nachhaltigkeit auftauchen, gibt es die wildesten Gerüchte. Erst letztens meinte jemand zu mir, dass es sich nicht lohnt Bioobst oder Biogemüse zu kaufen, da sich die Standards ohnehin immer mehr mit den konventionell angebauten Lebensmitteln angleichen würden.

Solche Themen, versuche ich dann immer etwas differenzierter zu diskutieren, in dem ich nach der Quelle der Informationen frage.  Ich gehe eigentlich immer auf die Anderen zu und frage, wie die Aussage zustande kommt. Aber es ist und bleibt eine Diskussion der Gegensätze. Um glaubhaft zu bleiben, kann ich nur empfehlen, immer unbedingt ehrlich zu sein, Gerüchte zu widerlegen und auch deine Informationen immer mal wieder kritisch zu hinterfragen. In dem Fall mit den Standards war übrigens die Forderung vieler Verbraucher nach gerade und perfekt gewachsenem Gemüse gemeint. Was aber eine ganz andere Diskussion nach sich zieht.

Nachhaltig leben – den Alltag vereinfachen und trotzdem die Umwelt schützen

Kein Mensch möchte hören, dass er etwas falsch macht und die meisten Leute reagieren ziemlich abwehrend auf Verbote und Grenzen. In einer Umfrage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) wurde herausgefunden, dass 84% der Menschen überzeugt sind, dass sie durch das eigene Konsumverhalten wesentlich zum Umweltschutz beitragen könnten. Allerdings waren aber nur 61% derselben Menschen bereit etwas zu ändern, unter der Bedingung, dass sich ihr Lebensstandard nicht verändert.

Um bei dem Beispiel der BBQ Party bleiben, heißt das also Vereinfachungen vorzuschlagen, die die Party ermöglichen und gut werden lassen, ohne das es kompliziert wird. Konkret in diesem Fall also, statt Unmengen von Fleisch auf den Grill zu legen, einfach mal Alternativen aus Gemüse, Grillkäse, Tofu oder Obst mit anbieten und neue Geschmackserlebnisse zaubern.

Nachhaltig leben – schaffe Verbindlichkeit durch Gemeinsames

Beim Thema Nachhaltigkeit ist es ein bisschen so wie beim Thema Abnehmen und Sport machen. Viele Menschen nehmen sich Anfang des Jahres vor, häufiger ins Fitness Center zu gehen oder draußen zu joggen. Wollen Abnehmen, auf Zucker und Alkohol verzichten und was noch alles. Wenn  du dann alleine auf deiner Couch nach einem stressigem Arbeitstag sitzt, dann ist der gute Vorsatz schnell mal auf morgen oder übermorgen verschoben.

Was dagegen noch immer am besten hilft ist, eine gemeinsame Aktion. Oder auch gemeinsame Ziele und ein ganz konkretes Vorhaben. Denn diese direkten Aktionen oder auch gemeinsame Events schaffen Verbindlichkeit. Ich habe zum Beispiel mit Plastikfasten begonnen und habe meinen Freund und meinen Sohn gleich mit einbezogen.

Es war ein konkreter Zeitrahmen und ein ganz konkretes Ziel, nämlich 6 Wochen lang kein Einwegplastik zu verbrauchen. Am Ende habe ich unseren Haushalt nicht nur in einen plastikfreien Haushalt verwandelt, sondern bin auch auf dem Weg Richtung Zero Waste unterwegs. Eine Menge Veränderungen haben sich daraus ergeben. Das Entscheidende war jedoch, die Verbindlichkeit meines Vorhabens und die positiven Emotionen, die sich daraus ergeben haben.

Andere Ideen für solche gemeinsamen Aktionen und Events sind vielleicht auch Kleidertausch-Partys, Konsumverzicht, 4-Wochen vegan kochen, ein gemeinsamer Saisongarten. Es gibt unzählige Ideen, um den Einstieg in einen nachhaltigen Lebensstil zu finden, aus dem sich dann mehr entwickeln kann.

Nachhaltig leben – mit gutem Vorbild voran gehen

Mit dem nachhaltigen Leben ist es so wie mit der Gesundheit. Die Auswirkungen von einem guten oder schlechtem Lebensstil sind nicht sofort sichtbar. Anders wäre es, wenn wir jedes Mal grün im Gesicht werden würden, wenn wir ins Auto steigen… naja, okay, funktioniert auch nicht so ganz.

Was wir aber stattdessen tun können, ist unsere Erfolge sichtbar zu machen. Zum Beispiel, wenn du eigentlich aus Umweltschutzgründen jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst und dann aber auch berichten kannst, dass du weniger anfällig für Erkältungen bist, dich weniger müde fühlst und Stress abgebaut hast. Das motiviert und inspiriert auch andere auf das Fahrrad umzusteigen. Vor allem wenn es dann vielleicht noch in der Gruppe ist. Oder wenn es eine gemeinsame, verbindliche Entscheidung dafür im Team gibt. Man kann auch gleich noch ausrechnen, wieviel Geld dadurch im Monat gespart wird.

Es gibt viele Beispiel, wie du mit gutem Vorbild voran gehen kannst und andere durch das Sichtbarmachen deiner Erfolge motivierst. Denke dabei nicht nur an Nachhaltigkeit und Umweltschutz, sondern auch die Gesundheit, Stress, Geld sparen, Zeit und sprich lieber über diese Aspekte.

Tue gutes und rede darüber! Allerdings ist es wichtig, dabei nicht missionarisch aufzutreten. Lieber immer wieder Alternativen aufzeigen und damit positiv beeinflussen. Wenn du zu sehr in eine Richtung argumentierst, dann rufst du unter Umständen nur Trotz und Abwehrreaktionen hervor.

Nachhaltig leben – Bewusstsein und Achtsamkeit sind unsere Verbündeten

Wenn du Nachhaltigkeit als eine Art von Problem ansiehst, wird es dich ver- letzlich machen […]. Das Problem wird sich stets ändern und die Lösungen immer umstritten bleiben. Es wird Leute geben, die dich verspotten und wider- legen. Wenn du dich andererseits nicht als Problemlöser*in betrachtest, sondern als jemand, der eine lebensfähige Alternative zu unserem derzeitigen Lebensstil schaffen möchte, ändert sich die Bedeutung deines Tuns.35    Dr. Niki Harré

Nachhaltig leben, ist ein Lebensstil mit vielen Facetten. Er ist nicht eindeutig definiert und kommt schon gar nicht in Schubladen daher. Es ist vielmehr eine bewusste Entscheidung, bei der du dir die Auswirkungen deines Handelns genau anschaust und versuchst, die umweltschonendste Art und Weise zu leben. Ein Aspekt, den allen Arten von nachhaltigem Lebensstilen gemeinsam haben, ist die Achtsamkeit und das Bewusstsein für dein Handeln. Dabei gilt es aber auch selber auf sich zu achten und glücklich zu werden. Stefanie Adam vom Blog Feine Seele, hat es in einem Artikel über das Glücklich werden und gegen die innere Leere, sehr schön beschrieben.

Mir ist es wichtig, dir diesen Punkt mit auf den Weg zu geben, da Achtsamkeit und dein Glück, das von innen heraus kommt, viel mit achtsamen und nachhaltigem Leben zu tun haben. Wenn du ohne die Einflüsse von außen glücklich bist und raus aus der Opferrolle kommst, dann beginnst du, Nachhaltigkeit nicht mehr als Problem zu sehen. Sondern du beginnst andere zu inspirieren und Alternativen aufzuzeigen.

Nachhaltig leben – Jeder braucht mal ein Prompt und das ist gut so

Prompts sind kleine Erinnerungshilfen, die uns meistens im richtigen Moment auf frischer Tat ertappen und uns somit sofort zum Handeln bringen. Bei uns im Büro haben sich einige Leute zum Beispiel mal die Arbeit gemacht, an alle Lichtschalter einen Sticker zu heften, der an das Ausschalten des Lichts erinnert. Oder am Kopierer steht eine Box für Schmierpapier, mit der Erinnerung, das die Rückseite auch noch gut zum Drucken ist. Das alles sind kleine nette Hinweisschilder, die aber genügen, um umweltschützendes Verhalten zu fördern.

Am wirksamsten sind Prompts laut den Umweltpsychologen wenn:

  • sie zeitlich und räumlich nahe am Verhalten liegen.
  • das  Verhalten leicht auszuführen ist.
  • der Prompt eindeutig definiert ist.
  • die Nachricht höflich formuliert ist.
  • der Prompt das korrekte Verhalten anspricht. Also „Bitte das Licht ausschalten“ statt „Bitte nicht das Licht anlassen“

Fazit und Ausblick

Zum Glück gibt es immer mehr Menschen, die sich für Umweltschutz und Klimawandel interessieren. Aber es gibt mindestens genauso viele Menschen, die sich nicht für ein nachhaltiges Leben interessieren. Sie haben vielleicht wichtigere Dinge zu tun. Kennen eventuell keine umweltfreundlichen Alternativen für ihr Handeln. Oder denken, dass es nichts bringt, das eigene Verhalten zu ändern. Wenn du auf solche Menschen triffst, kann es manchmal ganz schön schwer sein, das Thema anzusprechen und noch schwerer eine Veränderung im Verhalten anderer Menschen anzustoßen.

Um eine individuelle und sogar gesellschaftliche Verhaltensänderung zu erreichen, ist es wichtig das Bewusstsein für das Problem zu schaffen und Wissen zu teilen. Die meistens Menschen sind bereit, sich auf etwas Neues einzulassen, wenn es ihren Alltag vereinfacht, einen Vorteil bringt oder wenigstens den aktuellen Lebensstandard weiterhin ermöglicht. Ein wirklich langfristiges Ergebnis kannst du erzielen, wenn du Verbindlichkeit durch konkrete Ziele und Gemeinsamkeiten schaffst. Ganz wichtig ist dabei aber immer auch die Fehler der anderen zuzulassen, statt zu verurteilen. Das gelingt dir am einfachsten, wenn du selbst auf dich achtest, glücklich bist und bewusst nachhaltig lebst. Denn dadurch wirst du zum Vorbild und inspirierst.

 

Welche Erfahrung hast du in Gesprächen mit Freunden und Bekannten gemacht? Wie überzeugst du 
einen anderen Menschen? Hast du noch weitere Tipps?

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